Lippenherpes

Lippenherpes

Wie kann Lippenherpes effektiv bekämpft werden?

Herpes wird durch verschiedene Viren ausgelöst. Diese Herpes-Viren können verschiedene Erkrankungen beim Menschen auslösen. Sie werden auch als humane Herpes-Viren bezeichnet und mit HHV abgekürzt. Insgesamt gibt es acht verschiedene Viren in dieser Gruppe. Weithin bekannt ist der Lippenherpes (Herpes labialis), der die typischen Bläschen am und um den Mundbereich herum verursacht.
 

Was genau ist Herpes?


Generell sind mit Herpes die typischen Beschwerden gemeint, welche durch das Virus Herpes-simplex ausgelöst werden. Bei diesem werden zwei verschiedene Typen unterschiedent, die als HSV 1 und HSV 2 (beziehungsweise beim Menschen als HHV 1 und HHV 2) bezeichnet werden. Zwar können beiden Typen Herpes sowohl an den Lippen als auch an den Genitalien verursachen. Allerdings ist HSV 1 eher für Lippenherpes und HSV 2 eher für Genitalherpes verantwortlich.
Andere Herpes-Viren können zum Beispiel zu Windpocken oder Gürtelrose führen (HHV 3), sowie Pfeiffersches Drüsenfieber (HHV 4) oder Dreitagefieber (HHV 6/7) auslösen.
 

Infizierung mit Herpes

 

Erstmalige Ansteckung mit Herpes


Herpes ist eine hoch ansteckende Krankheit. Sie wird größtenteils durch Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch übertragen. Herpesviren können nicht ohne Feuchtigkeit überleben, - wenn sie austrocknen, dann sterben sie ab. Die Viren können außerhalb des menschlichen Körpers etwa 48 Stunden überleben, bevor sie absterben. Dadurch kann es auch zu einer indirekten Infektion kommen, beispielsweise durch benutzte Gläser. Allerdings ist Herpes nur dann ansteckend, wenn es gerade auch aktiv ist. Während des Ruhezustandes ist eine Ansteckung mit Herpes nicht möglich.
 

Reaktivierung von Herpes


Wer sich einmal mit dem Virus angesteckt hat, der trägt das Virus lebenslang in sich. Die Viren werden durch das Immunsystem nicht komplett zerstört, sondern nur in einen Ruhezustand versetzt, aus dem sie jederzeit wieder aufgeweckt werden können. Wenn beispielsweise die Abwehrkräfte des menschlichen Körpers geschwächt sind, erwacht das Herpes-Virus aus diesem Ruhezustand und löst erneut die typischen Symptome aus.
 

Symptome von Lippenherpes

Für Herpes typisch sind die schmerzenden Bläschen, die sich meist im Gesicht und dort besonders im Lippenbereich zeigen. Die Symptome unterscheiden sich auch bei der ersten Ansteckung mit dem Virus und der Reaktivierung.
 

Symptome bei der Primärinfektion

Bei der Erstansteckung kommt es häufig erst zu unspezifischen Beschwerden, die auch bei einer Vielzahl anderer Krankheiten typisch sind, beispielsweise:
 

  • Allgemeines Unwohlsein
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Übelkeit


Anschließend bilden sich die typischen Herpesbläschen auf der Haut. Die Stellen, wo später die Herpesbläschen entstehen, jucken oder kribbeln häufig vorher. Der tatsächliche Herpesausbruch wird dann von den mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, Hautschäden und Schwellungen begleitet. Selbst wenn die alten Bläschen schon aufgeplatzt und verkrustet sind, kann es wieder zur Bildung von neuen Bläschen kommen.
 

Symptome bei einer Reaktivierung


Der Unterschied zu einer Primärinfektion liegt in der Schwere des Herpes-Anfangsstadiums. Denn die Symptome fallen hier meist schwächer aus und die Phase dauert meist nur wenige Stunden. In den meisten Fällen haben die Betroffenen überhaupt keine unspezifischen Beschwerden. Auch wenn der Ausbruch meist schwächer verläuft, sind Verlauf und Symptome bei der Reaktivierung gleich wie bei der Erstinfektion.
 

Komplikationen von Lippenherpes

Generell ist Lippenherpes nicht gefährlich, allerdings kann es zu einer sogenannten Superinfektion kommen. Die betroffenen Stellen infizieren sich dann zusätzlich noch mit Bakterien. Dadurch kann es zu einer Verstärkung der Symptome kommen und die Beschwerden auch deutlich länger anhalten.
 

Behandlung von Lippenherpes


Generell gibt es nur begrenzte Möglichkeiten zur Behandlung von Herpes. Mit diesen kann allerdings auch nur die Dauer der Krankheit verkürzt werden, der eigentliche Ausbruch kann dann nicht mehr verhindert werden.
 

Medikamente gegen den Lippenherpes


Bei der Therapie von Herpes gehören sogenannte Virostatika zur Standardbehandlung. Dabei handelt es sich um Medikamente, die auch bei anderen Viruserkrankungen zum Einsatz kommen. Virostatika können zwar die Viren nicht zerstören, sind aber in der Lage deren Vermehrung zu hemmen. Ein Virus zerstörendes Medikament würde als Viruzid bezeichnet werden, allerdings wurden solche Medikamente noch nicht entwickelt. Die meisten Wirkstoffe, die für die Behandlung von Herpes zugelassen sind, haben die Endung - ciclovir. Beispiele für bekannte Herpesmedikamente sind Aciclovir, Ganciclovir und Penciclovir. Herpes kann aber auch mit dem Präparat Brivudin oder Zinksulfat behandelt werden. Als Alternative bei Resistenzen gegen die üblichen Herpesmittel, kann Foscarnet genutzt werden.
Die Virostatika für die Behandlung von Lippenherpes werden meist in Form von Cremes verabreicht. Diese können äußerlich auf das betroffene Hautareal aufgetragen werden, was zu weniger Nebenwirkungen der Medikamente führt. Es gibt jedoch auch einige Virostatika, die in Form von Tabletten eingenommen werden.
 

Andere Behandlungsmöglichkeiten


Zusätzlich zu den antiviralen Medikamenten gibt es noch andere Präparate, die bei Herpes hilfreich sein können. Diese kämpfen zwar nicht direkt gegen den Herpes, wirken aber den Symptomen entgegen oder führen zu einer Reduktion der äußerlichen Verbreitung der Viren. Es sind beispielsweise antientzündliche und schmerzlindernde Präparate verfügbar. Andere kühlen die betroffenen Stellen oder sorgen für ein schnelleres Lösen der Krusten. Darüber hinaus gibt es auch noch antiseptische Mittel, die Viren abtöten, die nach außen dringen.
Zusätzlich sind insbesondere gegen Lippenherpes auch Pflaster verfügbar, die eine Art Polster um den Herpes erzeugen. Die Pflaster an sich enthalten meist keine Wirkstoffe, schirmen aber den Herpes ab und können so die weitere Ausbreitung der Viren durch eine Schmierinfektion verringern. Außerdem decken sie die unschönen Bläschen ab und können meist sogar überschminkt werden.

 

Je früher, desto besser

Normalerweise weist der Verlauf von Lippenherpes keine großen Probleme auf, auch ohne die Nutzung von Medikamenten und ähnlichem. Allerdings kann beispielsweise der rechtzeitige Einsatz von Virostatika die Dauer der Symptome vermindern, da sie den Ausbruch des Herpes abschwächen. Besonders Leute, die häufig von Herpes betroffen sind, bemerken schon frühzeitig erste Anzeichen. Wenn der Eindruck entsteht, dass bald Lippenherpes auftreten wird, dann ist das der beste Zeitpunkt, um mit der medikamentösen Behandlung zu beginnen. Da die Virostatika die Viren nicht zerstören, sondern nur ihre Vermehrung verhindern können, kann so die Schwere der Krankheit reduziert werden.